Am 12. September 1944 wurde Roetgen als erste deutsche Gemeinde vom nationalsozialistischen Terrorregime befreit. Genau 82 Jahre später nahm der Verein Erinnerung verpflichtet diesen historischen Meilenstein zum Anlass, um bei einem Spaziergang durch den Ort die Geschichte direkt vor der eigenen Haustür erlebbar zu machen.
Die Historikerinnen Mirjam Adam und Katharina Isabel Franke führten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fachkundig durch die Vergangenheit. Dabei zeigten sie eindrucksvoll, wie sich die großen gesellschaftlichen Themen und Ereignisse des Nationalsozialismus im vermeintlich unscheinbaren regionalen Kontext widerspiegelten. Die Route verdeutlichte spürbar: Die Auseinandersetzung mit der lokalen Historie ist kein Blick im Rückspiegel, sondern wichtiger und aktueller denn je für unser heutiges Zusammenleben.
Ein besonderer Höhepunkt schloss sich an den Rundgang an: Wir wurden als Gäste von Roetgens Bürgermeister Jorma Klauss empfangen. In einem prägnanten Vortrag informierte er über die lokale Aufarbeitung der NS-Geschichte und gab spannende Einblicke in die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den Ostbelgischen Gemeinden zur Förderung einer gemeinsamen Erinnerungskultur.
Als Ehrenamtliche des Vereins Vielfalt in Aachen e.V. durften wir an diesem bewegenden und lehrreichen Tag teilnehmen. Wir bedanken uns herzlich bei Mirjam Adam, Katharina Isabel Franke sowie Bürgermeister Jorma Klauss für diesen wertvollen Austausch! Bei einem gemeinsamen Mittagessen im Restaurant der Roetgen-Therme fand die gelungene Veranstaltung schließlich ihren verbindenden Ausklang.
